Die homöopathische Arzneimittelprüfung ist ein Versuch, bei dem gesunde Personen ein Mittel einnehmen und alle auftretenden Veränderungen protokollieren.
Im Fachjargon heißt sie auch Prüfung am Gesunden oder, nach dem englischen Wort, Proving. Hahnemann begann damit, Substanzen an sich selbst, an Familienmitgliedern und Schülern zu erproben. Die Teilnehmenden notierten über Tage oder Wochen jede körperliche und seelische Veränderung. Aus der Summe dieser Aufzeichnungen entsteht das Arzneimittelbild.
Wie Prüfungen heute ablaufen
Moderne Prüfungen orientieren sich an Leitlinien homöopathischer Fachgesellschaften. Häufig werden die Teilnehmenden verblindet, einige erhalten unwissentlich ein Placebo. Ein Prüfungsleiter sammelt die Protokolle und entscheidet, welche Symptome dem Mittel zugeschrieben werden.
Abgrenzung zur klinischen Studie
Der Name kann verwirren. Mit der Arzneimittelprüfung im Sinne des Arzneimittelgesetzes, also klinischen Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit an Patientinnen und Patienten, hat das Proving wenig gemein. Es soll keine Wirksamkeit nachweisen, sondern Symptome sammeln. Für eine Registrierung homöopathischer Mittel ist kein Wirksamkeitsnachweis nötig.
Einordnung
Untersuchungen zu Provings zeigen, dass Teilnehmende in der Placebogruppe ähnlich viele Symptome berichten. Ob die gesammelten Zeichen tatsächlich auf das Mittel zurückgehen, ist daher umstritten. Mehr zur Datenlage: Evidenz.
Mehr dazu: Grundlagen der Homöopathie · verwandt: Ähnlichkeitsprinzip
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