Eine Hausapotheke ist kein Medikamentenlager, sondern eine kleine, geordnete Ausstattung für kleinere Verletzungen, Fieber und die Zeit, bis Sie ärztliche Hilfe erreichen. Sie sollte schnell zu finden sein, vollständig, aktuell und für Kinder unerreichbar. Diese Checkliste ordnet den Inhalt nach Kategorien und erklärt, wie Sie Verfallsdaten prüfen, die Hausapotheke lagern und alte Medikamente entsorgen.
Konkrete Arzneimittel nennen wir nicht. Welche Mittel in Ihrem Haushalt sinnvoll sind, hängt von Alter, Vorerkrankungen und Dauermedikation ab. Das besprechen Sie am besten mit Ihrer Hausarztpraxis oder Apotheke.
Inhalt
- Was gehört in eine Hausapotheke?
- Wie oft sollte ich Verfallsdaten prüfen?
- Wo lagere ich die Hausapotheke richtig?
- Wie mache ich die Hausapotheke kindersicher?
- Wie entsorge ich alte Medikamente richtig?
- Welche Fehler passieren in der Hausapotheke am häufigsten?
- Häufige Fragen zur Hausapotheke
- Häufige Fragen
- Quellen
Was gehört in eine Hausapotheke?
Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums (gesund.bund.de) teilt den Inhalt in Medikamente, Verbandmaterial, Hilfsmittel und Informationen ein. Diese Einteilung übernehmen wir in der Checkliste. Die Liste ist eine Grundausstattung; Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen oder chronisch Kranke ergänzen sie nach Bedarf.
| Kategorie | Inhalt | Hinweis |
|---|---|---|
| Verbandmaterial | Pflaster in verschiedenen Größen, Blasenpflaster, Mullkompressen, Mullbinden, elastische Binde, Dreieckstuch | Auch Verbandmaterial kann Klebkraft und Sterilität verlieren |
| Wundversorgung | Wund- und Hautdesinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Verbandschere, Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte | Handschuhe regelmäßig auf Risse prüfen |
| Messgeräte | Fieberthermometer, bei Bedarf Blutdruckmessgerät oder Blutzuckermessgerät | Ersatzbatterien bereithalten |
| Kälte und Wärme | Kühlakku oder Kühlpad, Wärmflasche oder Körnerkissen | Kühlakku im Gefrierfach lagern, nie direkt auf die Haut legen |
| Eigene Medikamente | Dauermedikamente, ärztlich verordnete Mittel, Mittel nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke, etwa bei Fieber und Schmerzen, bei Durchfall, bei Insektenstichen, Elektrolytlösung | In der Originalpackung mit Beipackzettel |
| Für Kinder | Altersgerechte Mittel nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis, Kinderpflaster, Fieberthermometer für Kinder | Viele Mittel für Erwachsene sind für Kinder ungeeignet |
| Informationen | Anleitung zur Ersten Hilfe, Liste mit Notfallnummern, aktueller Medikationsplan | Notruf 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117, Giftnotruf Ihres Bundeslandes |
Die Notfallnummern 112 (Rettungsdienst) und 116117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) nennt das BMG-Portal ausdrücklich. Die Nummer des Giftinformationszentrums unterscheidet sich je nach Region; tragen Sie die für Ihren Wohnort gültige Nummer selbst ein. Für Menschen mit Vorerkrankungen kann laut gesund.bund.de eine Notfalldose in der Kühlschranktür sinnvoll sein, in der der Rettungsdienst wichtige Informationen findet.
Damit die Hausapotheke übersichtlich bleibt, hilft eine Box mit Fächern oder Ebenen. Modelle mit mehreren Ebenen und Tragegriff vergleichen wir unter Hausapotheke-Boxen im Vergleich. Ein Beispiel mit drei Ebenen:
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Wie oft sollte ich Verfallsdaten prüfen?
Jedes Arzneimittel trägt ein Verfalldatum, meist als „verwendbar bis“. Die Pharmazeutische Zeitung weist darauf hin, dass ein Arzneimittel nach Ablauf dieses Datums nicht mehr verwendet werden soll, auch wenn es unverändert aussieht, weil Qualität und Wirkstoffgehalt nicht mehr garantiert sind. Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln ist das Verfalldatum bei Arzneimitteln eine feste Grenze, schreibt die Barmer.
Die Barmer empfiehlt, die Hausapotheke mindestens zweimal im Jahr durchzusehen. Praktisch sind feste Termine, etwa beim Wechsel zur Sommer- und Winterzeit. Prüfen Sie dabei:
- Verfalldatum auf jeder Packung, auch bei Verbandmaterial und Desinfektionsmittel.
- Aufbrauchfrist nach dem Öffnen: Augentropfen, Säfte und Lösungen sind nach Anbruch nur begrenzt haltbar. Notieren Sie das Öffnungsdatum auf der Packung, wie es das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und das BMG empfehlen.
- Aussehen: Verfärbte oder rissige Tabletten, verflüssigte Cremes und Zäpfchen, Trübungen oder Flocken in Flüssigkeiten, aufgeblähte Verpackungen oder ungewöhnlicher Geruch sind laut Barmer Zeichen, das Mittel nicht mehr zu verwenden.
- Vollständigkeit: Ist nach dem letzten Einsatz etwas aufgebraucht? Fehlen Pflaster, Kompressen oder Handschuhe?
- Bedarf: Mittel, die Sie nicht mehr nehmen sollen, etwa nach einer Therapieumstellung, sortieren Sie aus.
Die Barmer nennt grobe Richtwerte für die Haltbarkeit nach dem Öffnen: Tabletten und Kapseln halten meist bis zum aufgedruckten Datum, Salben, Cremes und Gele oft drei bis sechs Monate, Säfte und flüssige Arzneien teils nur wenige Tage. Maßgeblich ist immer die Angabe in der Packungsbeilage.
Wo lagere ich die Hausapotheke richtig?
Bad und Küche sind die beliebtesten Orte und zugleich die ungünstigsten. Das BMG-Portal rät von beiden ab, weil Wärme, Feuchtigkeit und Licht viele Arzneimittel angreifen. Besser ist ein fester Platz, der kühl, trocken und dunkel ist, idealerweise ein verschließbarer Schrank. Die Aktion Das sichere Haus nennt als Beispiele Schlafzimmer, Flur oder Diele.
| Lagerbedingung | Temperatur laut BMG | Beispiel |
|---|---|---|
| Raumtemperatur | 15 bis 25 °C (bei entsprechendem Vermerk bis 30 °C) | Die meisten Tabletten, Salben, Säfte |
| Kühlschrank | 2 bis 8 °C | Mittel mit dem Hinweis „im Kühlschrank lagern“ |
| Tiefgekühlt | −15 °C oder kälter | Nur wenn ausdrücklich angegeben |
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit fasst die wichtigsten Regeln so zusammen: trocken, kindersicher und möglichst unter 25 °C lagern, Bad, Heizung und Fensterbank meiden, Medikamente mit Beipackzettel in der Packung lassen. Kühlpflichtige Mittel dürfen nicht einfrieren; wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in der Apotheke. Leben mehrere Personen mit eigenen Medikamenten im Haushalt, empfiehlt das APS, den Namen auf jede Packung zu schreiben.
Wer homöopathische Mittel aufbewahrt, findet auf der Seite Globuli Hinweise zu Lagerung und Haltbarkeit. Viele Hersteller nennen dort ebenfalls „nicht über 25 °C“. Für eine größere Sammlung eignet sich eine Taschenapotheke als eigenes Fach in der Hausapotheke.
Wie mache ich die Hausapotheke kindersicher?
Die Hausapotheke muss für Erwachsene schnell erreichbar sein, für Kinder aber nicht. Das betont gesund.bund.de. Wie wichtig das ist, zeigen Zahlen des Giftinformationszentrums Mainz: Etwa die Hälfte der Anrufe dort betrifft mögliche Vergiftungen bei Kindern, berichtet PTAheute unter Berufung auf das GIZ Mainz.
- Abschließen: Ein verschließbares Fach oder ein Medikamentenschrank mit Schloss ist die sicherste Lösung. Der Schlüssel muss im Notfall schnell zur Hand sein, aber nicht in Kinderhöhe hängen.
- Nichts offen liegen lassen: Kinder nutzen auch kurze unbeaufsichtigte Momente. Tabletten auf dem Nachttisch oder in der Handtasche sind ein häufiges Risiko.
- Besuch bei Großeltern: Deren Haushalte sind selten kindersicher. Medikamente in Taschen und auf Tischen gehören weggeräumt.
- Keine Süßigkeiten-Vergleiche: Bezeichnen Sie Tabletten oder Säfte nie als Bonbon oder Saft. Das empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit.
- Kindersichere Verschlüsse nach jeder Anwendung wieder ganz schließen.
Hat ein Kind etwas verschluckt, gilt laut Stiftung Kindergesundheit: nicht auf Symptome warten, kein Erbrechen auslösen, keine Milch und kein Salzwasser geben. Rufen Sie sofort die Giftnotrufzentrale oder die Kinderarztpraxis an, bei Beschwerden den Notruf 112. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bietet dafür eine kostenlose App an, über die Sie direkt ein Giftinformationszentrum erreichen.
Wie entsorge ich alte Medikamente richtig?
Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel gehören in den meisten Gemeinden in den Restmüll. Das BMG begründet das damit, dass Siedlungsabfall in Deutschland nicht mehr unbehandelt deponiert, sondern verbrannt oder vorbehandelt wird und Schadstoffe dabei weitgehend zerstört werden. Die Regeln sind aber kommunal verschieden: Manche Kommunen verweisen auf Schadstoffmobile, Recyclinghöfe oder Sammelstellen. Welcher Weg an Ihrem Wohnort gilt, finden Sie über die Postleitzahlensuche auf arzneimittelentsorgung.de, auf die BMG und Umweltbundesamt verweisen.
- Nie in Toilette oder Abfluss: Das Umweltbundesamt warnt ausdrücklich davor, auch bei flüssigen Mitteln wie Hustensaft oder Augentropfen. Kläranlagen halten nicht alle Arzneistoffe zurück.
- Kindersicher in den Müll: Das UBA rät, Reste so zu entsorgen, dass Kinder nicht herankommen, etwa eingewickelt in Papier und ganz unten in der Tonne.
- Verpackung trennen: Die Umverpackung aus Pappe kommt laut UBA ins Altpapier.
- Apotheke fragen: Viele Apotheken nehmen Altarzneimittel freiwillig zurück. Eine Pflicht dazu gibt es laut BMG nicht, und das Angebot ist nicht flächendeckend.
- Beipackzettel beachten: Schreibt er eine besondere Entsorgung vor, gilt diese.
Welche Fehler passieren in der Hausapotheke am häufigsten?
Aus den Empfehlungen von BMG, APS und Krankenkassen lassen sich typische Fehler ableiten, die Sie mit wenig Aufwand vermeiden:
- Lagerung im Bad: Feuchtigkeit und Wärme schaden vielen Mitteln.
- Lose Tabletten ohne Packung: Ohne Beipackzettel fehlen Dosierung, Gegenanzeigen und Verfalldatum. Das APS rät, halbierte Tabletten, die übrig bleiben, zu entsorgen statt lose aufzubewahren.
- Fremde Medikamente nehmen: Was einer Person verordnet wurde, ist nicht automatisch für andere geeignet. Das APS rät, eigene Mittel nicht weiterzugeben.
- Kein Medikationsplan: Wer gleichzeitig drei oder mehr verordnete Arzneimittel für mindestens 28 Tage nimmt, hat laut Verbraucherzentrale Anspruch auf einen Medikationsplan. Er gehört in die Hausapotheke und in die Brieftasche.
- Zu viele Vorräte: Große Bestände verfallen, bevor sie genutzt werden. Eine kleine, aktuelle Hausapotheke ist sinnvoller.
Für unterwegs gelten ähnliche Regeln, dazu kommen Hitze und Handgepäck. Die passende Liste finden Sie in der Reiseapotheke-Checkliste. Wenn Sie Ihre Hausapotheke neu ordnen, finden Sie geeignete Boxen mit Ebenen und Fächern im Vergleich der Hausapotheke-Boxen; die Auswahl beruht auf Herstellerangaben.
Häufige Fragen zur Hausapotheke
Häufige Fragen
Was gehört in eine Hausapotheke?
Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Pinzette, Zeckenzange, Fieberthermometer, Kühlakku, Ihre eigenen Medikamente und Mittel nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke, dazu eine Erste-Hilfe-Anleitung, Notfallnummern und ein aktueller Medikationsplan.
Wo bewahrt man die Hausapotheke am besten auf?
An einem festen, kühlen, trockenen und dunklen Ort, für Kinder unerreichbar, am besten in einem verschließbaren Schrank. Bad und Küche sind laut Bundesgesundheitsministerium ungeeignet, weil Wärme und Feuchtigkeit viele Mittel angreifen.
Wie oft sollte ich die Hausapotheke kontrollieren?
Mindestens zweimal im Jahr, empfiehlt die Barmer. Prüfen Sie Verfalldaten, Aufbrauchfristen angebrochener Packungen, das Aussehen der Mittel und ob nach dem letzten Einsatz etwas fehlt.
Darf ich abgelaufene Medikamente in die Toilette werfen?
Nein. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab, weil Kläranlagen nicht alle Wirkstoffe zurückhalten. In den meisten Gemeinden gehören Altmedikamente in den Restmüll; den Weg vor Ort finden Sie auf arzneimittelentsorgung.de.
Was tun, wenn ein Kind Tabletten verschluckt hat?
Sofort den Giftnotruf oder die Kinderarztpraxis anrufen, bei Beschwerden den Notruf 112. Nicht auf Symptome warten, kein Erbrechen auslösen und keine Milch geben. Packung bereithalten, damit Sie den Wirkstoff nennen können.
Quellen
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Hausapotheke, Stand 05.01.2026 (Inhalt nach Kategorien, Lagerort, Kinder, Entsorgung, Notfallnummern 112 und 116117, Notfalldose). gesund.bund.de
- Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen (Temperaturbereiche, Bad ungeeignet, Siedlungsabfall seit 1. Juni 2005 verbrannt oder vorbehandelt, freiwillige Rücknahme in Apotheken). bundesgesundheitsministerium.de
- Umweltbundesamt: Umweltbewusste Entsorgung von Medikamentenresten (nicht über Toilette oder Spüle, kindersicher in den Hausmüll, Umverpackung ins Altpapier). umweltbundesamt.de
- arzneimittelentsorgung.de: Entsorgungswege nach Postleitzahl. arzneimittelentsorgung.de
- Verbraucherzentrale: Medikamentenplan – So gelingt der Überblick über eingenommene Tabletten, Stand 20.12.2024 (Anspruch ab drei Arzneimitteln für mindestens 28 Tage). verbraucherzentrale.de
- Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS): 10 Tipps zum Umgang mit Arzneimitteln zu Hause, überarbeitete Fassung 2026. aps-ev.de (PDF)
- Barmer: Haltbarkeit von Medikamenten, aktualisiert am 02.03.2026 (Kontrolle mindestens zweimal jährlich, Haltbarkeit nach Anbruch, Warnzeichen). barmer.de
- Pharmazeutische Zeitung: Verfalldatum und Aufbrauchfrist beachten, 10.01.2019. pharmazeutische-zeitung.de
- PTAheute: Neugierige Kleinkinder – Arzneimittelvergiftungen vermeiden, aktualisiert am 20.03.2026 (Zahlen des GIZ Mainz, Tipps der Stiftung Kindergesundheit, BfR-App). ptaheute.de
- Aktion Das sichere Haus: Kompaktinfo Hausapotheke (verschließbares Fach, Lagerort). das-sichere-haus.de (PDF)
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