Erstverschlimmerung nennt die Homöopathie eine vorübergehende Verstärkung von Beschwerden nach Beginn der Einnahme, die sie als Reaktion auf das Mittel deutet.
Der Gedanke stammt von Hahnemann. Er beobachtete, dass sich Symptome nach einer Gabe zunächst steigern könnten, bevor sie zurückgingen, und deutete dies als Zeichen eines passend gewählten Mittels. Im Organon spricht er von einer „homöopathischen Verschlimmerung“. Viele Homöopathen raten deshalb, bei einer solchen Reaktion abzuwarten und das Mittel nicht weiter einzunehmen.
Kritische Sicht
Für das Konzept fehlt ein belastbarer Beleg. Beschwerden schwanken auch ohne Behandlung, und viele Erkrankungen erreichen ihren Höhepunkt erst nach einigen Tagen. Eine Verschlechterung kurz nach dem Start kann also schlicht der natürliche Verlauf sein. Hinzu kommt der Nocebo-Effekt: Wer eine Verschlimmerung erwartet, nimmt sie eher wahr.
Problematisch wird das Konzept, wenn es dazu führt, dass ernste Warnzeichen als „gutes Zeichen“ missverstanden werden.
Wichtig
Verschlechtern sich Beschwerden deutlich, halten sie an oder kommen neue hinzu, sollten Sie das nicht als Erstverschlimmerung abtun, sondern ärztlich abklären lassen. Bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen gilt das besonders.
Die Studienlage zur Homöopathie ist auf der Seite Evidenz zusammengefasst.
Mehr dazu: Einnahme und Dosierung
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