Ein Komplexmittel ist ein homöopathisches Arzneimittel, das mehrere homöopathische Einzelbestandteile in einer festen Kombination enthält.
Statt eines einzigen Mittels stecken in einem Komplexmittel zwei, fünf oder noch mehr Zubereitungen, häufig in verschiedenen Potenzen. Die Idee dahinter: Die Kombination soll mehrere typische Symptomgruppen gleichzeitig abdecken, sodass keine aufwendige individuelle Mittelwahl nötig ist. In Deutschland sind Komplexmittel in Apotheken weit verbreitet, oft unter Markennamen statt lateinischer Mittelnamen.
Abgrenzung
Die klassische Homöopathie lehnt Komplexmittel überwiegend ab. Nach Hahnemanns Lehre soll stets nur ein einziges Mittel gegeben werden, dessen Bild zur Person passt. Das Gegenstück zum Komplexmittel ist deshalb das Einzelmittel.
Etikett lesen
Auf der Packung stehen alle Bestandteile mit Potenz und Mengenanteil. Ob ein Anwendungsgebiet genannt sein darf, hängt vom Zulassungsweg ab: Mittel, die nur registriert sind, tragen keine Indikation und den Hinweis „Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“. Komplexmittel mit Indikation benötigen eine Zulassung.
Beispiel
Ein Komplexmittel kann etwa Bestandteile aus drei Pflanzen in D3, D4 und D6 vereinen, gepresst zu Tabletten oder gelöst als Tropfen.
Ob Kombinationen wirksamer sind als Einzelmittel, ist nicht belegt; die Datenlage beschreibt die Seite Evidenz.
Mehr dazu: Homöopathie im Überblick
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