Ein Konstitutionsmittel ist ein homöopathisches Mittel, das nach der gesamten Persönlichkeit und Veranlagung eines Menschen ausgewählt wird.
Unter Konstitution versteht die Lehre die Gesamtheit aus Körperbau, Temperament, Vorlieben, Abneigungen, Schlafgewohnheiten, Reaktionen auf Wetter und vielem mehr. Ein Konstitutionsmittel soll zu diesem Gesamtbild passen. Deshalb dauert die Erstanamnese in klassisch arbeitenden Praxen oft ein bis zwei Stunden und umfasst Fragen, die auf den ersten Blick wenig mit dem Anlass des Besuchs zu tun haben.
Abgrenzung
Den Gegenpol bildet das Akutmittel, das sich an einer kurzfristigen Situation orientiert. Konstitutionsmittel werden in der Lehre eher bei länger bestehenden Beschwerden eingesetzt, häufig als Hochpotenz in seltenen Gaben. In der Selbstbehandlung spielen sie kaum eine Rolle, weil ihre Auswahl Erfahrung voraussetzt.
Beispiel
Ratgeber beschreiben gern „Typen“: etwa den Sulfur-Typ, den Calcium-carbonicum-Typ oder den Pulsatilla-Typ. Solche Beschreibungen sind vereinfachte Zusammenfassungen von Arzneimittelbildern und sollen zeigen, wie Homöopathen Menschen und Mittel einander zuordnen.
Einordnung
Die Konstitutionsbehandlung ist eine Lehrmeinung der klassischen Homöopathie. Ein Nachweis, dass sie über Placebo und die Wirkung des ausführlichen Gesprächs hinaus wirkt, liegt nicht vor; siehe Evidenz. Länger bestehende oder unklare Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.
Mehr dazu: Grundbegriffe der Homöopathie
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