Die Anamnese ist die systematische Erhebung der Krankengeschichte im Gespräch zwischen Behandler und Patient. Der Begriff stammt vom griechischen Wort für „Erinnerung“ und gehört zum Grundhandwerk jeder ärztlichen Untersuchung.
In der Schulmedizin dient die Anamnese dazu, Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und familiäre Belastungen zu erfassen und so eine Diagnose einzugrenzen. Die homöopathische Anamnese geht deutlich weiter: Gefragt wird auch nach Schlaf, Träumen, Vorlieben beim Essen, Reaktionen auf Wetter oder Temperatur und nach der Gemütslage. Ein Erstgespräch kann dadurch eine Stunde oder länger dauern.
Warum so ausführlich?
Nach homöopathischer Lehre soll das Mittel zum Gesamtbild eines Menschen passen, nicht nur zu einer Diagnose. Deshalb achten Behandler auf auffällige, persönliche Merkmale, die sogenannten Leitsymptome, und auf Umstände, unter denen sich Beschwerden bessern oder verschlechtern. Diese Angaben werden anschließend mit Nachschlagewerken abgeglichen.
Einordnung
Ein langes, zugewandtes Gespräch kann für viele Menschen wohltuend sein. Fachleute weisen darauf hin, dass gerade diese Zuwendung einen Teil der empfundenen Wirkung homöopathischer Behandlungen erklären könnte. Ein Nachweis, dass die so gewählten Mittel über Placebo hinaus wirken, liegt nicht vor; die Studienlage fassen wir unter Evidenz zur Homöopathie zusammen. Bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Mehr dazu: Was ist Homöopathie? · Verwandte Begriffe: Leitsymptom, Repertorisation
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