Repertorisation ist das Nachschlagen mehrerer Symptome im Repertorium, um die Mittel herauszufiltern, die in möglichst vielen Rubriken vorkommen.
Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese. Aus ihr werden die Symptome ausgewählt, die als besonders kennzeichnend gelten. Jedes dieser Symptome entspricht einer Rubrik im Repertorium. Legt man die Mittellisten mehrerer Rubriken nebeneinander, bleiben einige Mittel übrig, die häufig auftauchen oder hoch gewichtet sind.
So läuft es ab
- Symptome sammeln und nach Bedeutung ordnen
- passende Rubriken im Repertorium suchen
- Mittel auszählen und nach Häufigkeit und Gewichtung sortieren
- die verbleibenden Kandidaten in der Materia medica nachlesen und vergleichen
Früher geschah das mit Papier, Stift und Strichlisten. Heute übernehmen spezielle Programme das Auszählen, was den Schritt deutlich beschleunigt.
Beispiel
Eine Person beschreibt Schnupfen, der im Freien besser wird, kaum Durst und ein starkes Bedürfnis nach Gesellschaft. Drei Rubriken werden kombiniert. Ein Mittel, das in allen dreien steht, kommt in die engere Wahl.
Einordnung
Auch in der Homöopathie gilt die Repertorisation als Werkzeug, nicht als Entscheidung: Das Ergebnis wird immer am Arzneimittelbild überprüft. Ob dieses Verfahren zu besseren Ergebnissen führt als eine Behandlung mit Placebo, ist nicht belegt; dazu mehr unter Evidenz.
Mehr dazu: Homöopathie verstehen
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