Die Urtinktur ist der unverdünnte flüssige Auszug aus einem pflanzlichen oder tierischen Ausgangsstoff, aus dem homöopathische Potenzen hergestellt werden.
Man könnte sie als Startpunkt jeder flüssigen Potenzreihe bezeichnen. Bei Pflanzen werden meist frische Pflanzenteile zerkleinert und mit einem Gemisch aus Ethanol und Wasser ausgezogen; manchmal dient auch der gepresste Saft als Grundlage. Welches Verfahren für welchen Stoff gilt, legt das Homöopathische Arzneibuch in einzelnen Herstellungsvorschriften fest. Das Kürzel lautet „Ø“, gelegentlich auch „Tinct.“ oder „TM“ für Tinctura mater, die Muttertinktur.
Unterschied zu Potenzen
Anders als eine D12 oder C30 enthält eine Urtinktur den Ausgangsstoff in messbarer Menge. Das hat praktische Folgen: Urtinkturen aus Pflanzen wie Arnika oder Tollkirsche können Inhaltsstoffe in einer Konzentration enthalten, die pharmakologisch relevant ist. Einige Urtinkturen und niedrige Potenzen sind deshalb verschreibungspflichtig.
Beispiel
Calendula-Urtinktur, ein Auszug aus der Ringelblume, wird verdünnt äußerlich verwendet und dient zugleich als Ausgangspunkt für Calendula-Potenzen. Aus ihr entsteht durch den ersten Verdünnungsschritt die D1.
Weil Urtinkturen Alkohol enthalten, sollten Sie bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei Alkoholverzicht vorher ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
Mehr dazu: Von der Urtinktur zur Potenz · verwandt: Dilution
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