Potenzen & Dosierung

D-Potenzen verstehen: von D1 bis D30

Was das D bedeutet, wie D-Potenzen durch Verreibung und Verschüttelung entstehen, in welchen Formen es sie gibt und welche Regeln für Tiefpotenzen gelten.

Kurz gesagt

Bei D-Potenzen wird der Ausgangsstoff je Schritt im Verhältnis 1:10 verdünnt; eine D6 ist 1:1.000.000 verdünnt, eine D30 1:10 hoch 30. Unlösliche Stoffe werden in den ersten Stufen mit Milchzucker verrieben, danach flüssig verschüttelt. Tiefe Stufen können noch nennenswert Ausgangsstoff enthalten; enthält ein Mittel einen verschreibungspflichtigen Stoff, ist es nach § 5 AMVV nur von der Verschreibungspflicht ausgenommen, wenn die Endkonzentration die vierte Dezimalpotenz nicht übersteigt.

Redaktion Globuli-RatgeberAktualisiert am 04.11.2026So arbeiten wir

D4, D6, D12: In deutschen Apotheken sind D-Potenzen die häufigste Angabe auf homöopathischen Mitteln. Dieser Leitfaden behandelt nur die D-Skala, dafür vollständig: was das D bedeutet, wie die Stufen von D1 bis D30 aussehen, warum tiefe Stufen eine Sonderrolle haben, wie Verreibung und Verschüttelung zusammenspielen, in welchen Handelsformen Sie D-Potenzen finden und welche Regeln das Arzneimittelrecht vorgibt. Den Vergleich zwischen D6 und D12 und den Unterschied zur C-Skala behandeln eigene Beiträge, auf die wir jeweils verweisen. Eine Empfehlung, welche Potenz Sie wofür verwenden sollten, geben wir nicht.

Inhalt
  1. Was ist eine D-Potenz?
  2. Wie sieht die D-Skala von D1 bis D30 aus?
  3. Was sind Tiefpotenzen, und warum gelten für sie Sonderregeln?
  4. Wie entstehen D-Potenzen: Verreibung oder Verschüttelung?
  5. In welchen Handelsformen gibt es D-Potenzen?
  6. Welche Regeln gelten rechtlich für D-Potenzen?
  7. Wie werden D-Potenzen „richtig angewendet“?
  8. Wie halten Sie Ordnung bei mehreren D-Potenzen?
  9. Häufige Fragen zu D-Potenzen
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Was ist eine D-Potenz?

Das D steht für „dezimal“. Bei einer D-Potenz wird der Ausgangsstoff in jedem Schritt im Verhältnis 1:10 verdünnt, also 1 Teil Vorstufe auf 9 Teile Lösungsmittel. Nach jedem Schritt wird laut Wikipedia zehnmal geschüttelt. Die Zahl hinter dem D nennt die Zahl der Schritte. Das Apothekenportal aponet.de beschreibt es genauso: Bei einer D-Potenz erfolgt jeder Schritt im Verhältnis 1 zu 10, die Zahl gibt an, wie oft der Vorgang durchgeführt wurde.

Die D-Skala ist jünger als die Homöopathie selbst. Samuel Hahnemann arbeitete mit Hunderterschritten. Das Dezimalsystem entwickelte laut Wikipedia im 19. Jahrhundert Arthur Lutze, Constantin Hering führte es in die Behandlung ein. Heute ist es das am weitesten verbreitete System. Im englischsprachigen Raum steht statt des D ein X, aus D6 wird dort 6X. Wie D- und C-Stufen ineinander umgerechnet werden, erklärt unser Beitrag D- und C-Potenzen im Vergleich.

Die große Globuli-Enzyklopädie von K.T. Brenner - Herkunft, Potenzen und Anwendungen: Eine umfassende Sammlung von über 1000 Mitteln

Dieses Nachschlagewerk hilft Ihnen, die verschiedenen homöopathischen Mittel und ihre Potenzen zu verstehen und richtig auszuwählen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Preisangaben inkl. USt.05.11.2026 06:51 Alle Angaben ohne Gewähr.

Wie sieht die D-Skala von D1 bis D30 aus?

Die Tabelle ordnet ausgewählte Stufen nach Stoffanteil und rechtlicher Einordnung. Eine reine Verdünnungsliste aller Skalen finden Sie in unserer Potenzen-Liste.

StufeGesamtverdünnungAnschaulichEinordnung
Ø (Urtinktur)unverdünntAuszug aus dem AusgangsstoffAusgangspunkt der Reihe
D11:101 Teil auf 10 TeileTiefpotenz, viel Ausgangsstoff enthalten
D21:1001 g in 100 gTiefpotenz
D31:1.0001 g in 1 kgTiefpotenz
D41:10.0001 g in 10 kgSchwelle in § 5 AMVV und § 39 AMG
D61:1061 g in 1 Tonneniedriger Verdünnungsgrad (Kommission D)
D121:10121 g in 1 Million Tonnenniedriger Verdünnungsgrad
D231:10231 g in 1017 Tonnenletzte Stufe der niedrigen Verdünnungsgrade
D241:10241 g in 1018 Tonnenhoher Verdünnungsgrad, Avogadro-Grenze
D301:10301 g in 1024 Tonnenhoher Verdünnungsgrad

Die Kommission D am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) trennt niedrige Verdünnungsgrade bis D23 von hohen ab D24. Ab D24 ist rechnerisch kaum noch ein Molekül des Ausgangsstoffs zu erwarten. Laut Wikipedia reicht die D-Reihe bis D1000, der höchsten regulär lieferbaren Stufe. Jede Stufe selbst nachrechnen können Sie mit dem Potenz-Rechner, den Sie oben verlinkt finden.

Was sind Tiefpotenzen, und warum gelten für sie Sonderregeln?

Eine einheitliche Definition der Tiefpotenz gibt es nicht. Gemeint sind die niedrigen Stufen, in denen der Ausgangsstoff noch in messbarer Menge vorhanden ist. Genau das macht sie besonders. Eine D1 enthält ein Zehntel, eine D3 ein Tausendstel des Ausgangsstoffs.

Bei harmlosen Pflanzen spielt das kaum eine Rolle. Bei giftigen Ausgangsstoffen schon. Die Wikipedia nennt als Beispiel Arsenicum album aus Arsen(III)-oxid: Bereits 1 g der D1-Lösung könne tödlich sein. Laut dem Wikipedia-Artikel zu Globuli können Zubereitungen bis etwa D4 Wirkstoffe in einer Menge enthalten, die allergische Reaktionen oder Vergiftungen auslösen kann. Deshalb unterliegen tiefe Stufen bestimmter Stoffe der Verschreibungspflicht, wie der Abschnitt zum Recht unten zeigt.

Daraus folgt nicht, dass Tiefpotenzen „besser wirken“. Die homöopathische Lehre empfiehlt Einsteigern zwar häufig D4 oder D6, eine Wirkung über Placebo hinaus ist aber für keine Stufe belegt.

Wie entstehen D-Potenzen: Verreibung oder Verschüttelung?

Am Anfang steht eine Urtinktur oder ein fester Ausgangsstoff. PTAheute beschreibt den Weg für Pflanzen: Getrocknete Pflanzenteile werden zerkleinert, mit Wasser und Alkohol vermischt, nach etwa zehn Tagen gepresst und filtriert. Für eine D6 wird die Urtinktur sechsmal je 1 Teil mit 9 Teilen 40-prozentigem Alkohol verdünnt und verschüttelt. Das Homöopathische Arzneibuch (HAB) beschreibt diese Dilutionen in Vorschrift 5. Für jeden Schritt ist ein neues Gefäß vorgeschrieben, die sogenannte Mehrglasmethode.

Stoffe, die sich nicht in Wasser oder Alkohol lösen, etwa Mineralien, werden zuerst mit Milchzucker im Mörser verrieben. Laut Wikipedia geschieht das bis zur dritten oder vierten Potenzstufe; um eine flüssige Potenz zu erhalten, wird danach verschüttelt. Die Verreibung, auch Trituration genannt, regelt das HAB in Vorschrift 6. Auch lösliche Stoffe werden in den ersten Stufen teils verrieben. Verreibungen und daraus gepresste Tabletten gibt es zudem in höheren Stufen, etwa Schüßler-Salz-Tabletten in D6. Für Sie heißt das: Dieselbe Stufe kann als Pulver, Tablette oder Flüssigkeit vorliegen; das Kürzel auf dem Etikett zeigt, welche Form Sie vor sich haben. Wie das HAB die einzelnen Schritte beschreibt, fasst unser Glossareintrag zur Verreibung zusammen.

In welchen Handelsformen gibt es D-Potenzen?

Typische Darreichungsformen sind laut aponet.de Globuli, Tropfen und Tabletten, dazu Salben und Augentropfen. Die Dosierungsempfehlungen der Kommission D nennen außerdem Verreibungen und Injektionslösungen.

  • Globuli (Glob.): Zuckerkügelchen aus Saccharose, auf die eine Dilution aufgebracht wird. Eine DHU-Packungsbeilage nennt 0,01 g Dilution je 1 g Streukügelchen.
  • Dilution (Dil.): die flüssige Potenz, meist auf Wasser-Alkohol-Basis, als Tropfen.
  • Tabletten (Tabl.): gepresst, mit Milchzucker als Trägerstoff. Schüßler-Salze in D6 sind das bekannteste Beispiel.
  • Verreibung (Trit.): Pulver aus Milchzucker und Ausgangsstoff, in tiefen Stufen.
  • Injektionslösungen: werden in der Praxis gegeben, nicht zur Selbstanwendung.

Auf dem Etikett stehen Ausgangsstoff, Potenz und Darreichungsform. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Darreichungsform und Potenz genau dem entsprechen, was Sie suchen; dieselbe Stufe kann als Globuli, Tropfen oder Tablette vorliegen.

Welche Regeln gelten rechtlich für D-Potenzen?

Drei Vorschriften sind für Verbraucher wichtig:

Gräfe und UnzerHomöopathie: Alltagsbeschwerden selbst behandeln (GU Alternativmedizin)

Dieses Buch vermittelt Ihnen, wie Sie D-Potenzen bei alltäglichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Allergien selbst anwenden können.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Preisangaben inkl. USt.05.11.2026 06:51 Alle Angaben ohne Gewähr.

  • Verschreibungspflicht: Nach § 5 der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sind homöopathische Arzneimittel aus verschreibungspflichtigen Stoffen nur dann ausgenommen, wenn „die Endkonzentration dieser Arzneimittel im Fertigprodukt die vierte Dezimalpotenz nicht übersteigt“. Tiefere Stufen solcher Stoffe können daher rezeptpflichtig sein. Die Wikipedia nennt Arsenicum album bis D3 als Beispiel.
  • Registrierung: Homöopathische Fertigarzneimittel ohne Anwendungsgebiet werden nach § 38 AMG registriert statt zugelassen. Nach § 39 AMG wird die Registrierung versagt, wenn das Mittel mehr als einen Teil pro Zehntausend der Ursubstanz enthält. Die Grenze bezieht sich auf das Arzneimittel, nicht auf die Bezeichnung der Vorstufe.
  • Apothekenpflicht: Viele homöopathische Arzneimittel dürfen nach § 43 AMG nur in Apotheken abgegeben werden. Dann steht „Apothekenpflichtig“ auf der Packung, wie etwa auf DHU-Beilagen.

Ob ein bestimmtes Mittel verschreibungspflichtig ist, beantwortet im Einzelfall die Apotheke. Lassen Sie sich nicht von der Annahme leiten, „homöopathisch“ bedeute automatisch frei verkäuflich.

Wie werden D-Potenzen „richtig angewendet“?

Richtig heißt hier: so, wie es der Hersteller in der Packungsbeilage angibt. Registrierte Mittel tragen dort den Satz „Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“. Ein Anwendungsgebiet nennt die Packung also nicht. Die Kommission D beschreibt als Konvention für Erwachsene 5 Globuli, 5 Tropfen oder 1 Tablette je Gabe. Für niedrige Verdünnungsgrade bis D23 nennt sie akut eine Gabe alle halbe bis ganze Stunde, höchstens sechsmal täglich, und eine Anwendung über eine Woche hinaus nur nach Rücksprache mit einem Therapeuten. Ab D24 sieht sie in der Selbstmedikation nur eine Einzelgabe vor.

Das sind Beschreibungen der Konvention, keine Empfehlung von uns. Verbindlich ist die Beilage des jeweiligen Produkts. Wie sich die Angaben je Potenz unterscheiden, zeigt unsere Dosierungstabelle; die Frage „D6 oder D12?“ beantwortet ein eigener Vergleich. Beschwerden, die anhalten oder unklar sind, gehören ärztlich abgeklärt.

Wie halten Sie Ordnung bei mehreren D-Potenzen?

Wer dasselbe Mittel in D6 und D12 besitzt, hat zwei Gläser, die sich nur durch das Etikett unterscheiden. Ein Etui mit festen Plätzen hält die Gläser aufrecht und die Beschriftung lesbar. Das Rindleder-Etui unten hat laut Hersteller 24 Plätze und passt für 10-ml-Gläser von DHU. Wir haben das Produkt nicht selbst ausprobiert; weitere Modelle vergleichen wir in der Übersicht zur Globuli-Taschenapotheke.

Anzeige

offro Taschenapotheke, 24 Gläser

Rindleder-Etui für 24 Gläser im 10-ml-Format.

  • Rindleder
  • 24 Plätze
  • laut Hersteller passend für 10-ml-Gläser von DHU
Verfügbarkeit prüfen*Zum Vergleich

* Affiliate-Link. Werbehinweis

Häufige Fragen zu D-Potenzen

Häufige Fragen

Was bedeutet das D bei Globuli?

D steht für dezimal. Der Ausgangsstoff wird je Schritt 1:10 verdünnt und verschüttelt oder verrieben. Die Zahl nennt die Zahl der Schritte, D6 heißt also sechs Schritte.

Ist D30 eine Hochpotenz?

Nach der Einteilung der Kommission D ja: Ab D24 spricht sie von hohen Verdünnungsgraden. Eine D30 ist 1:1030 verdünnt und enthält rechnerisch keinen Ausgangsstoff mehr.

Was bedeutet „D6 Trit.“?

Trit. steht für Trituration, also eine Verreibung mit Milchzucker. Die Angabe nennt die Form, in der die Potenz vorliegt, nicht eine andere Stärke.

Sind D1 bis D3 verschreibungspflichtig?

Nicht generell. Verschreibungspflichtig können sie sein, wenn der Ausgangsstoff selbst verschreibungspflichtig ist. § 5 AMVV nimmt solche Mittel erst aus, wenn die Endkonzentration die vierte Dezimalpotenz nicht übersteigt. Die Apotheke kann das für ein konkretes Mittel prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen D6 und 6X?

Keiner in der Verdünnung. X ist die im englischsprachigen Raum übliche Bezeichnung für die Dezimalskala.

ElsevierDie wissenschaftliche Homöopathie. Theorie und Praxis homöopathischen Heilens

Dieses Fachbuch erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe und Prinzipien der homöopathischen Potenzierung, um D-Potenzen fundiert zu verstehen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Preisangaben inkl. USt.05.11.2026 06:51 Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellen

  • Wikipedia: Potenzieren (Homöopathie) (Verhältnis 1:10, Schüttelschläge, Arthur Lutze, Verreibung bis zur dritten oder vierten Stufe, HAB-Vorschriften 5 und 6, D1000, Arsenicum-Beispiel; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • Wikipedia: Globuli (Wirkstoffgehalt niedriger Verdünnungen; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • aponet.de: Homöopathie: Was Globuli, Potenzen und das Ähnlichkeitsprinzip bedeuten. aponet.de
  • PTAheute: Wie werden Homöopathika hergestellt? (Urtinktur, D6-Beispiel mit 40-prozentigem Alkohol). ptaheute.de
  • BfArM, Kommission D: Neufassung der Dosierungsempfehlungen für homöopathische Arzneimittel (Grenze D23/D24, Einzeldosen, Häufigkeit). bfarm.de
  • Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), § 5. gesetze-im-internet.de
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 43 Apothekenpflicht. gesetze-im-internet.de
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 39 Entscheidung über die Registrierung homöopathischer Arzneimittel. gesetze-im-internet.de
  • DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG: Gebrauchsinformation Dolichos pruriens D3, Streukügelchen (0,01 g Dilution je 1 g, Hinweis zur Registrierung). Packungsbeilage

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr im Werbehinweis

AnzeigeUnsere Empfehlung

MV-Versand Taschenapotheke Klassik, Leder, mit 64 Gläsern

Große Leder-Taschenapotheke als Komplettset mit 64 Klargläsern, bereit zum Befüllen.

  • Leder
  • 64 Klargläser im Lieferumfang
  • 18,5 × 13,5 × 2,5 cm
Verfügbarkeit prüfen*Zum Vergleich

* Affiliate-Link. Werbehinweis

Ebenfalls gefragt

Anzeige
  • GU MaxiQuickfinder HomöopathieAnsehen*
  • offro Taschenapotheke, 24 GläserAnsehen*
  • Homöopathie-Bedarf Braunglasröhrchen, 60 StückAnsehen*
Alle im Vergleich