Ein Zyklus, der mal kürzer und mal länger ist, schmerzhafte Tage vor und während der Periode oder Stimmungstiefs in der zweiten Zyklushälfte: Viele Frauen suchen dafür nach einer natürlichen Lösung und stoßen auf Globuli. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was als normal gilt, wann Sie Beschwerden frauenärztlich abklären lassen sollten und welche Maßnahmen bei Regelschmerzen und PMS belegt sind. Danach erklären wir, welche Mittel die Homöopathie traditionell zuordnet und was Studien dazu sagen. Auch die Wechseljahre, Wechselwirkungen mit Medikamenten und die Frage nach Globuli zum Abnehmen behandeln wir.
Inhalt
- Was gilt als normaler Zyklus?
- Wann sollten Sie zur Frauenärztin gehen?
- Was ist bei Regelschmerzen belegt?
- Was hilft bei PMS nachweislich?
- Welche Globuli ordnet die Homöopathie Zyklusbeschwerden zu?
- Was zeigen Studien zu Globuli bei Zyklusbeschwerden?
- Wechseljahre: Hitzewallungen, Schwitzen, Stimmung
- Wie sieht es mit Wechselwirkungen aus?
- Wo können Sie die homöopathische Lehre nachschlagen?
- Häufige Fragen zu Zyklus und Globuli
- Häufige Fragen
- Quellen
Was gilt als normaler Zyklus?
Die Regelblutung kommt bei den meisten Frauen etwa alle 25 bis 31 Tage. Sie dauert etwa drei bis sieben Tage. Kleine Abweichungen sind bei fast jeder Frau normal, etwa nach Stress, Reisen oder Krankheit. Von einer Zyklusstörung spricht man, wenn Abweichungen über mehrere Monate anhalten.
| Fachbegriff | Bedeutung |
|---|---|
| Oligomenorrhoe | zu seltene Blutung, Zyklus länger als 35 Tage |
| Polymenorrhoe | zu häufige Blutung, Abstand unter 24 Tagen |
| Amenorrhoe | fehlende Regelblutung |
| Hypermenorrhoe | sehr starke Blutung, Binde oder Tampon muss nach ein bis zwei Stunden gewechselt werden |
| Dysmenorrhoe | Regelschmerzen |
Die Ursachen sind vielfältig: Stress, starkes Über- oder Untergewicht, extreme sportliche Belastung, Schilddrüsenerkrankungen, das PCO-Syndrom, Myome, Polypen, Endometriose oder Medikamente. Ab etwa 40 können auch die beginnenden Wechseljahre den Zyklus verändern. Deshalb lässt sich eine Zyklusstörung nicht pauschal mit einem Mittel behandeln, sondern nur nach ihrer Ursache.
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Wann sollten Sie zur Frauenärztin gehen?
Nach den Informationen des österreichischen Gesundheitsportals sollten Sie Ihren Zyklus ärztlich abklären lassen, wenn
- die Blutung länger als drei Monate ausbleibt, ohne dass eine Schwangerschaft oder Stillzeit vorliegt,
- die Blutung so stark oder lang ist, dass Ihr Alltag eingeschränkt ist,
- die Blutung deutlich häufiger oder seltener kommt als bei Ihnen üblich,
- öfter Zwischenblutungen auftreten,
- Schmerzen so stark sind, dass Sie wiederholt Schmerzmittel brauchen,
- mit 15 Jahren noch keine Regelblutung eingesetzt hat.
Hilfreich für das Gespräch ist ein Zyklus- oder Menstruationstagebuch: Notieren Sie Beginn, Dauer und Stärke der Blutung sowie Schmerzen und Stimmung. Die Praxis kann dann gezielt untersuchen, etwa per Ultraschall oder Hormonbestimmung. Bei starken Blutungen kann ein Eisenmangel entstehen, der eigens behandelt wird.
Was ist bei Regelschmerzen belegt?
Die meisten Frauen haben zeitweise Regelschmerzen. Laut IQWiG sind sie bei etwa jeder zehnten Frau so stark, dass sie an ein bis drei Tagen im Monat ihren Alltag kaum bewältigen kann. Man unterscheidet primäre Schmerzen, die allein durch das Zusammenziehen der Gebärmutter entstehen, von sekundären Schmerzen mit einer erkennbaren Ursache wie Endometriose oder Myomen. Werden die Schmerzen mit der Zeit stärker, sollten Sie das abklären lassen.
- Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, etwa Ibuprofen oder Naproxen, hemmen die Bildung von Prostaglandinen, die an den Krämpfen beteiligt sind. Sie sind die am besten belegte Option. Mögliche Nebenwirkung sind Magenbeschwerden; lassen Sie sich in der Apotheke beraten, vor allem bei Vorerkrankungen.
- Wärme: Studien geben Hinweise, dass Wärmepflaster oder Wärmegürtel Schmerzen verringern können. Eine Wärmflasche folgt demselben Prinzip.
- Bewegung: Joggen, Yoga oder Gymnastik könnten laut einigen Studien helfen; die Datenlage ist vorläufig.
- Hormonelle Verhütung wie die Pille oder eine Hormonspirale kann Regelschmerzen verringern. Sie hat eigene Nebenwirkungen und wird ärztlich verordnet.
Für Akupunktur, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate fand das IQWiG keine belegbare Wirksamkeit; die Studien sind widersprüchlich oder methodisch schwach.
Was hilft bei PMS nachweislich?
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst körperliche und seelische Beschwerden, die einige Tage bis zwei Wochen vor der Periode auftreten: Spannungsgefühl in der Brust, Kopf- oder Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit oder Heißhunger. Laut IQWiG haben 20 bis 40 Prozent der Frauen mehrere stärkere Beschwerden, bei 3 bis 8 Prozent stören sie den Alltag deutlich. Eine besonders ausgeprägte Form mit starken psychischen Symptomen heißt PMDS.
Aussagekräftige Studien zur Behandlung gibt es insgesamt nur wenige. Bei stärkeren Beschwerden kommen hormonelle Mittel wie die Pille infrage, bei ausgeprägten psychischen Beschwerden bestimmte Antidepressiva (SSRI). Diese Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Leiden Sie stark unter Stimmungstiefs vor der Periode, sprechen Sie das offen an; PMDS ist behandelbar.
Welche Globuli ordnet die Homöopathie Zyklusbeschwerden zu?
Die homöopathische Lehre wählt Mittel nicht nach der Diagnose, sondern nach dem Gesamtbild der Beschwerden. In der Materia medica von William Boericke finden sich unter anderem diese Zuordnungen:
- Pulsatilla beschreibt Boericke als „pre-eminently a female remedy“. Er nennt eine verspätete, schwache, dunkle und wechselhafte Regelblutung („Too late, scanty, thick, dark, clotted, changeable“).
- Sepia wird bei Boericke mit Menstruationsstörungen, Senkungsgefühlen und Erschöpfung verbunden.
- Lachesis soll nach seiner Darstellung besonders zu Beschwerden am Anfang und am Ende der Menstruation sowie in den Wechseljahren passen.
Das sind Zuordnungen der homöopathischen Lehre, keine belegten Anwendungsgebiete. Registrierte homöopathische Mittel tragen deshalb auch kein Anwendungsgebiet auf der Packung. Eine Potenz- oder Dosierempfehlung für Zyklusbeschwerden geben wir nicht.
Was zeigen Studien zu Globuli bei Zyklusbeschwerden?
Verlässliche placebokontrollierte Studien, die eine Wirkung homöopathischer Mittel bei Regelschmerzen, PMS oder Zyklusstörungen zeigen, sind uns nicht bekannt. Der australische NHMRC fand bei seiner umfassenden Bewertung für keinen Gesundheitszustand verlässliche Belege einer Wirksamkeit der Homöopathie. Er rät, Homöopathie nicht bei chronischen oder ernsten Erkrankungen einzusetzen und verordnete Behandlungen fortzuführen.
Zyklusbeschwerden schwanken von Monat zu Monat. Wer in einem schlechten Monat mit Globuli beginnt, erlebt den nächsten oft als besser, auch ohne spezifische Wirkung. Dazu kommt der Placebo-Effekt, der gerade bei Schmerzen und Stimmung deutlich sein kann. Das Risiko liegt woanders: Wer Endometriose, ein PCO-Syndrom oder eine Schilddrüsenstörung mit Globuli behandelt, verzögert womöglich eine wirksame Behandlung.
Wechseljahre: Hitzewallungen, Schwitzen, Stimmung
Ab etwa Mitte 40 verändert sich das Hormonzusammenspiel, die letzte Regelblutung tritt im Durchschnitt mit 51 Jahren ein. Hitzewallungen und Schweißausbrüche betreffen bis zu zwei Drittel der Frauen, dazu kommen Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen. Am besten belegt ist eine Hormontherapie, die nach Aufklärung über Nutzen und Risiken angeboten werden soll. Entspannungsverfahren fördern Wohlbefinden und Schlaf, verringern Hitzewallungen aber wahrscheinlich nicht. Für Soja, Rotklee und Traubensilberkerze ist der Nutzen nicht sicher belegt. Wie die Homöopathie Lachesis bei Hitzewallungen einordnet und was die Leitlinie empfiehlt, lesen Sie ausführlich im Beitrag zu Lachesis D12.
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Wie sieht es mit Wechselwirkungen aus?
Homöopathische Globuli enthalten in höheren Potenzen rechnerisch kaum oder keinen Ausgangsstoff. Wichtiger als eine chemische Wechselwirkung ist daher, dass sie eine nötige Behandlung nicht ersetzen. Setzen Sie Pille, Schilddrüsenhormone oder Schmerzmittel nicht eigenmächtig ab. Nennen Sie in Praxis und Apotheke alles, was Sie einnehmen.
Vorsicht ist bei pflanzlichen Präparaten geboten, die oft mit Homöopathie verwechselt werden: Johanniskraut kann zum Beispiel die Wirkung der Pille abschwächen. Lassen Sie sich vor jeder Selbstbehandlung in der Apotheke beraten. Allgemeine Hinweise zur Einnahme lesen Sie unter Globuli einnehmen.
Wo können Sie die homöopathische Lehre nachschlagen?
Wer die Zuordnungen der Homöopathie selbst nachlesen möchte, findet sie in Ratgeberbüchern. Der GU-Ratgeber zu Alltagsbeschwerden erscheint in der Reihe GU Alternativmedizin:
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Solche Bücher geben die homöopathische Lehre wieder, nicht die Studienlage, und ersetzen keine frauenärztliche Untersuchung. Wir haben das Buch nicht selbst ausprobiert; die Angaben stammen vom Verlag. Weitere Titel vergleichen wir unter Homöopathie-Bücher.
Häufige Fragen zu Zyklus und Globuli
Häufige Fragen
Können Globuli einen unregelmäßigen Zyklus regulieren?
Dafür gibt es keinen Beleg. Ein unregelmäßiger Zyklus hat viele mögliche Ursachen, von Stress bis zur Schilddrüse. Halten Abweichungen über Monate an, lassen Sie die Ursache frauenärztlich abklären.
Welche Globuli werden bei Regelschmerzen genannt?
Homöopathische Bücher nennen je nach Beschwerdebild verschiedene Mittel, etwa Pulsatilla. Das ist Lehrmeinung. Belegt sind bei Regelschmerzen vor allem Schmerzmittel wie Ibuprofen; Wärme und Bewegung können zusätzlich helfen.
Gibt es Globuli bei PMS?
Die Homöopathie ordnet PMS-Beschwerden verschiedenen Mitteln zu, Wirksamkeitsbelege gibt es nicht. Bei starken Beschwerden kommen hormonelle Mittel oder bei PMDS bestimmte Antidepressiva infrage, nach frauenärztlicher Beratung.
Gibt es Globuli zum Abnehmen?
Für Globuli, die den Stoffwechsel anregen oder beim Abnehmen helfen sollen, gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis. Besonders umstritten sind HCG-Globuli; warum, erklärt unser Beitrag zu HCG-Globuli. Gewichtsveränderungen können außerdem den Zyklus beeinflussen.
Darf ich Globuli nehmen, wenn ich schwanger sein könnte?
Bleibt die Periode aus, klären Sie zuerst eine mögliche Schwangerschaft. Packungsbeilagen raten, homöopathische Mittel in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache anzuwenden; sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Hebamme.
Hilft Wärme wirklich bei Regelschmerzen?
Laut IQWiG geben Studien Hinweise, dass Wärmepflaster und Wärmegürtel Regelschmerzen verringern können. Wärme ist einfach anzuwenden und lässt sich mit Schmerzmitteln kombinieren.
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Quellen
- gesundheit.gv.at (Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs): Zyklusstörungen (normaler Zyklus, Begriffe, Ursachen, wann zum Arzt). gesundheit.gv.at
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Regelschmerzen, Stand 2023. gesundheitsinformation.de
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Prämenstruelles Syndrom (PMS), Stand 2022. gesundheitsinformation.de
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit mit IQWiG): Wechseljahre, Stand 2023. gesund.bund.de
- Boericke W.: Homoeopathic Materia Medica, Eintrag Pulsatilla pratensis (Einleitung, Female). materiamedica.info
- NHMRC: Information paper – evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions, 2015. apo.org.au
- DHU-Arzneimittel: Gebrauchsinformation (Beispiel für den Hinweis zu Schwangerschaft und Stillzeit). schwabe-pim-live.1xinternet.de (PDF)
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