Ein Termin für eine Operation steht fest, und mit ihm kommen Fragen: Wache ich rechtzeitig auf? Wird es wehtun? Was, wenn etwas schiefgeht? Manche Menschen möchten sich mit Globuli beruhigen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Schritte vor einer OP wirklich zählen, was im Gespräch mit der Anästhesie passiert und warum Sie dort alles ansprechen sollten, was Sie einnehmen möchten. Am Ende ordnen wir ein, was die homöopathische Lehre beschreibt und was Studien sagen. Wie Sie die Wunde nach dem Eingriff versorgen, lesen Sie im Beitrag Globuli nach Operationen.
Inhalt
Ist Angst vor einer Operation normal?
Ja. Die Techniker Krankenkasse schreibt: „Angst oder Nervosität vor einer Operation ist ganz normal.“ Viele fürchten Schmerzen, den Kontrollverlust in der Narkose oder Komplikationen. Angst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine verständliche Reaktion auf eine ungewohnte Situation. Wichtig ist, dass Sie sie nicht allein mit sich ausmachen, sondern ansprechen. Das Behandlungsteam kann nur auf Sorgen eingehen, von denen es weiß.
Was können Sie selbst gegen die Angst tun?
Die wirksamste Vorbereitung ist Information. Vor jedem geplanten Eingriff klärt die Operateurin oder der Operateur über Ablauf, Erfolgschancen, Risiken und zu erwartende Schmerzen auf. Sie können dabei jederzeit Fragen stellen.
- Fragen notieren: Schreiben Sie vorab auf, was Sie wissen möchten, zum Beispiel wie lange der Eingriff dauert, wie Schmerzen danach behandelt werden und wann Sie nach Hause dürfen.
- Begleitung mitnehmen: Eine Vertrauensperson im Gespräch hört mit und erinnert sich später an Details.
- Unterlagen bereithalten: Versichertenkarte, Befunde, Medikamentenplan sowie gegebenenfalls Allergie- oder Schrittmacherausweis.
- Ablenkung und Entspannung: Gespräche, Musik und Entspannungstechniken nennt die TK als hilfreich. Viele Kliniken bieten zusätzlich Unterstützung bei OP-Angst an.
Wie Sie Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung erlernen, beschreiben wir im Beitrag Globuli bei Stress. Üben Sie am besten schon einige Tage vor dem Eingriff.
Was passiert im Gespräch mit der Anästhesie?
Bei einer Vollnarkose oder der Betäubung größerer Körperregionen gibt es ein eigenes Vorgespräch mit der Anästhesie. Dort werden Vorerkrankungen, Allergien, regelmäßig eingenommene Medikamente und frühere Narkosen besprochen. Die TK betont, wie wichtig es ist, alle Fragen ehrlich zu beantworten. Gemeinsam mit Ihnen und dem Operationsteam wählt die Anästhesie das Narkoseverfahren aus und erklärt es.
Was ist eine Prämedikation?
Der Begriff bezeichnet sowohl das Vorgespräch als auch Medikamente, die vor der Narkose gegeben werden. Ein Ziel ist, Angst zu verringern und zu beruhigen. Dafür werden vor allem Benzodiazepine wie Midazolam eingesetzt, heute allerdings nicht mehr routinemäßig, sondern vor allem bei ängstlichen Patientinnen und Patienten. Bei ausgeprägter Angst ist auch eine Gabe am Vorabend möglich. Bei älteren Menschen wägt die Anästhesie besonders sorgfältig ab, weil diese Mittel Verwirrtheit und Stürze begünstigen können. Sagen Sie deshalb offen, wie groß Ihre Angst ist. Ob und welches Medikament sinnvoll ist, entscheidet das Narkoseteam.
Warum müssen Sie alles mit dem Narkosearzt absprechen?
Während der Narkose fallen Schutzreflexe weg. Ist der Magen nicht leer, kann Mageninhalt in die Lunge gelangen. Deshalb gelten Nüchternheitsregeln. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) haben dafür Empfehlungen für geplante Eingriffe veröffentlicht:
| Was | Empfehlung DGAI/BDA bei geplanten Eingriffen |
|---|---|
| Feste Nahrung | eine kleine Mahlzeit bis 6 Stunden vor der Narkoseeinleitung |
| Klare Flüssigkeiten (Wasser, Tee ohne Milch, Saft ohne Fruchtfleisch) | kleine Mengen bis 2 Stunden vorher |
| Säuglinge | Muttermilch oder Säuglingsnahrung bis 4 Stunden vorher |
| Verordnete Medikamente und Prämedikation | am OP-Tag mit einem Schluck Wasser, nach Absprache |
Maßgeblich sind immer die Anweisungen Ihrer Klinik. Globuli bestehen überwiegend aus Zucker. Ob Sie sie am OP-Tag lutschen dürfen, ist daher keine Nebensache, sondern eine Frage an das Narkoseteam. Nennen Sie im Vorgespräch alle Mittel, die Sie verwenden möchten: verordnete Medikamente, frei verkäufliche Präparate, pflanzliche Mittel, Nahrungsergänzungen und Homöopathika. Nehmen Sie nichts zusätzlich ein, das nicht abgesprochen ist.
Was lehrt die Homöopathie vor Operationen?
Homöopathische Ratgeber nennen im Umfeld von Operationen traditionell einige Mittel. Die Übersicht gibt die Lehre wieder, keine belegte Wirkung, und ersetzt keine Absprache mit der Anästhesie:
| Situation | In der Lehre genannt |
|---|---|
| Angst und Unruhe nach einem Schreck | Aconitum |
| Erwartungsangst, Zittern vor dem Termin | Gelsemium |
| Verletzung, Prellung, Gewebeschaden | Arnica |
| Schnittwunden, Beschwerden nach Bauchoperationen | Staphisagria |
Eine Dosierung oder Potenz für die Zeit vor einer Operation nennen wir bewusst nicht.
Was zeigen Studien?
Eine systematische Übersichtsarbeit zu Homöopathie bei Angst schloss auch Studien zu Angst im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen ein. Die randomisierten Studien waren widersprüchlich oder zu klein, sichere Schlüsse auf eine Wirksamkeit waren nicht möglich. Eine Übersichtsarbeit zu homöopathischem Arnica fand keine Wirksamkeit über Placebo hinaus. Der australische Forschungsrat NHMRC fand für keine Erkrankung verlässliche Belege für eine Wirksamkeit der Homöopathie.
Wenn Ihr Kind operiert wird
Kinder spüren die Anspannung der Eltern. Erklären Sie altersgerecht und ehrlich, was passiert, und fragen Sie die Klinik, ob Sie bis zur Narkoseeinleitung dabei sein dürfen. Ein vertrautes Kuscheltier hilft vielen Kindern. Halten Sie die Nüchternheitsregeln für Kinder genau ein und geben Sie Ihrem Kind ohne Rücksprache nichts, auch keine Globuli. Allgemeine Hinweise zu Globuli bei Kindern finden Sie unter Globuli für Kinder.
Ordnung für den Klinikaufenthalt
Wer Globuli ohnehin verwendet und sie nach Absprache mit dem Behandlungsteam mitnehmen möchte, bewahrt die Gläser am besten geschützt und übersichtlich auf. Eine Taschenapotheke passt in die Kliniktasche.
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Häufige Fragen
Darf ich am OP-Tag Globuli nehmen?
Nur nach ausdrücklicher Absprache mit dem Narkoseteam. Globuli bestehen überwiegend aus Zucker, und vor einer Narkose gelten Nüchternheitsregeln.
Muss ich Globuli im Narkosegespräch erwähnen?
Ja. Nennen Sie alle Mittel, die Sie verwenden, auch homöopathische, pflanzliche und Nahrungsergänzungsmittel. Nur so kann die Anästhesie alles berücksichtigen.
Kann ich vor der OP ein Beruhigungsmittel bekommen?
Das ist möglich. Bei ängstlichen Patientinnen und Patienten setzt die Anästhesie häufig ein Beruhigungsmittel wie Midazolam ein. Sprechen Sie Ihre Angst im Vorgespräch offen an.
Bringt Arnica vor einer Operation etwas?
Arnica wird in der Homöopathie traditionell bei Verletzungen eingesetzt. Eine Übersichtsarbeit fand keine Wirksamkeit über Placebo hinaus. Mehr dazu im Mittel-Überblick Arnica.
Was, wenn mich die Angst kurz vor dem Eingriff überwältigt?
Sagen Sie es dem Pflege- oder Narkoseteam sofort. Langsames Ausatmen kann kurzfristig beruhigen. Das Team ist mit solchen Situationen vertraut und kann reagieren.
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Quellen
- Techniker Krankenkasse: Vorbereitung auf die Operation – Aufklärungsgespräch, Anästhesie-Vorgespräch, Umgang mit Angst. tk.de
- DGAI und BDA: Präoperatives Nüchternheitsgebot bei elektiven Eingriffen. Anästhesiologie & Intensivmedizin 2004; 45: 720–728. ai-online.info (PDF)
- DocCheck Flexikon: Prämedikation – Ziele, Wirkstoffe, Prämedikationsgespräch. flexikon.doccheck.com
- Universitätsklinikum Essen, Klinik für Anästhesiologie: Patienteninformation Anästhesie. uk-essen.de (PDF)
- Pilkington K, Kirkwood G, Rampes H, Fisher P, Richardson J: Homeopathy for anxiety and anxiety disorders: a systematic review of the research. Homeopathy 2006; 95(3): 151–162. researchportal.plymouth.ac.uk
- Ernst E, Pittler MH: Efficacy of homeopathic arnica: a systematic review of placebo-controlled clinical trials. Archives of Surgery 1998; 133(11): 1187–1190. doi.org
- NHMRC: Information paper – Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions, 2015. apo.org.au
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