Potenzen und Dosierung

C-Potenzen: Was Sie über C6, C30 und C200 wissen sollten

Was das C bedeutet, wie C-Potenzen hergestellt werden, welche Stufen es gibt, was Hochpotenzen sind und in welchen Formen Sie C-Potenzen im Handel finden.

Kurz gesagt

Bei C-Potenzen wird der Ausgangsstoff je Schritt im Verhältnis 1:100 verdünnt und verschüttelt; eine C30 ist damit 1:10⁶⁰ verdünnt. Ab C12 ist rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten, die Kommission D am BfArM zählt diese Stufen zu den hohen Verdünnungsgraden. Für Hochpotenzen wie C30 oder C200 sieht sie in der Selbstmedikation nur eine einzelne Gabe vor; eine Wirkung über Placebo hinaus ist nicht belegt.

Redaktion Globuli-RatgeberAktualisiert am 04.11.2026So arbeiten wir

C30 und C200 gehören zu den bekanntesten Potenzangaben der Homöopathie. Viele Menschen kennen die Kürzel aus der Apotheke oder aus Ratgebern, wissen aber nicht genau, was dahintersteckt. Dieser Beitrag bündelt alles Wichtige zu C-Potenzen: was das C bedeutet, wie die Mittel nach dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB) hergestellt werden, welche Stufen von C3 bis C1000 es gibt, was die Lehre über Hochpotenzen sagt und in welchen Handelsformen Sie C-Potenzen finden. Eine Empfehlung, welche Potenz Sie wofür verwenden sollten, geben wir nicht.

Inhalt
  1. Was ist eine C-Potenz?
  2. Wie wird eine C-Potenz hergestellt?
  3. Welche C-Potenzen gibt es?
  4. Was ist an C6, C12, C30 und C200 besonders?
  5. Was sind Hochpotenzen und wer wendet sie an?
  6. In welchen Handelsformen gibt es C-Potenzen?
  7. Wie bewahren Sie C-Potenzen übersichtlich auf?
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Was ist eine C-Potenz?

Das C steht für „centesimal“, also hundertstel. Bei einer C-Potenz wird der Ausgangsstoff in jedem Schritt im Verhältnis 1:100 verdünnt: 1 Teil der Vorstufe kommt zu 99 Teilen Lösungsmittel. Die Zahl hinter dem C nennt die Zahl der Schritte. Eine C1 ist 1:100 verdünnt, eine C2 1:10.000, eine C30 1:1060.

Die C-Skala ist die ursprüngliche Skala der Homöopathie. Samuel Hahnemann, ihr Begründer, verdünnte in Hunderterschritten. Die D-Skala mit Schritten von 1:10 kam erst später hinzu. Wie beide Skalen zusammenhängen und wie Sie umrechnen, erklärt unser Grundlagenbeitrag Wie sich D- und C-Potenzen unterscheiden.

Wie wird eine C-Potenz hergestellt?

Am Anfang steht eine Urtinktur oder, bei unlöslichen Stoffen wie Mineralien, eine Verreibung mit Milchzucker. Laut Wikipedia werden solche Stoffe in den ersten Stufen verrieben und erst danach flüssig weiterverarbeitet. Jeder flüssige Schritt läuft gleich ab: verdünnen im Verhältnis 1:100, dann zehnmal verschütteln. Das HAB schreibt für jeden Schritt ein neues Gefäß vor. Diese Mehrglasmethode geht auf Hahnemann zurück.

Eine Alternative ist die Einglasmethode nach Korsakow. Dabei wird dasselbe Gefäß immer wieder geleert und neu mit Lösungsmittel gefüllt. Der Flüssigkeitsfilm an der Glaswand gilt dabei als Vorstufe. Solche Potenzen tragen laut englischsprachiger Wikipedia oft ein K auf dem Etikett. Im HAB ist die Methode nicht vorgesehen.

Für Globuli wird die fertige flüssige Potenz, die Dilution, auf Streukügelchen aus Saccharose aufgebracht. PTAheute beschreibt, dass das in großen Kesseln geschieht und die Kügelchen anschließend getrocknet werden.

Welche C-Potenzen gibt es?

Die Tabelle zeigt gebräuchliche Stufen, ihre Gesamtverdünnung, die gleich verdünnte D-Potenz und die Einordnung durch die Kommission D am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

PotenzGesamtverdünnungEntspricht (Verdünnung)Ausgangsstoff rechnerisch enthalten?Einordnung Kommission D
C31:106D6janiedriger Verdünnungsgrad
C61:1012D12janiedriger Verdünnungsgrad
C121:1024D24an der Grenzehoher Verdünnungsgrad
C301:1060D60neinhoher Verdünnungsgrad
C2001:10400D400neinhoher Verdünnungsgrad
C1000 (1M)1:1001000D2000neinhoher Verdünnungsgrad

Ab C1000 wird oft mit römischen Zahlzeichen abgekürzt. Laut englischsprachiger Wikipedia steht 1M für C1000, 10M für C10.000 und CM für C100.000. Die deutschsprachige Wikipedia nennt C1000 und D1000 als höchste regulär lieferbare Potenzen. Wo eine bestimmte Stufe liegt, zeigt der Potenz-Rechner.

Was ist an C6, C12, C30 und C200 besonders?

C6 und C12: Die C6 ist so verdünnt wie eine D12 und enthält rechnerisch noch Ausgangsstoff. Die C12 liegt genau an der Avogadro-Grenze. Bei einer Ausgangslösung mit einem Mol Stoff je Liter bleiben laut Wikipedia statistisch nur etwa 0,6 Moleküle übrig.

C30: Hahnemann bevorzugte laut Wikipedia die C30 und empfahl sie für Arzneimittelprüfungen. Die Verdünnung von 1:1060 veranschaulicht die Wikipedia so: Ein Molekül wäre in einer Wasserkugel zu finden, deren Durchmesser dem Abstand von Erde und Sonne entspricht.

C200: Diese Stufe entspricht einer D400. Das Volumen, in dem rechnerisch ein Molekül zu erwarten wäre, übersteigt laut Wikipedia das beobachtbare Universum um ein Vielfaches.

Die homöopathische Lehre sieht das anders als die Chemie. Sie hält höhere Potenzen für „stärker“. Laut einem Bericht der Pharmazeutischen Zeitung schreibt sie höheren C-Potenzen eine Wirkdauer von Wochen bis Monaten zu. Belege dafür gibt es nicht. Was Lehre und Studien zum Unterschied der Skalen sagen, prüfen wir im Beitrag Welche Unterschiede gibt es wirklich?

Was sind Hochpotenzen und wer wendet sie an?

Als Hochpotenzen gelten in der Homöopathie Stufen jenseits der Avogadro-Grenze, also etwa ab C12. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Die Wikipedia beschreibt, dass Homöopathen Hochpotenzen für besonders wirksam halten und sie von erfahrenen Behandlern verordnet sehen wollen. Auch die Lehrmeinung in der Pharmazeutischen Zeitung rät Einsteigern zu Tiefpotenzen wie D4 oder D6.

Die Kommission D trägt dem in ihren Dosierungsempfehlungen Rechnung. Für hohe Verdünnungsgrade ab D24 beziehungsweise C12 heißt es dort:

  • Die Anwendung erfordert eine individuelle Dosierung durch einen homöopathisch erfahrenen Therapeuten.
  • In der Selbstmedikation soll nur eine einzelne Gabe eingenommen werden.
  • Für eine Fortsetzung soll ein homöopathisch erfahrener Therapeut aufgesucht werden.

Für C-Potenzen bis C11 gelten die Regeln der niedrigen Verdünnungsgrade. Das sind Beschreibungen der Konvention, keine Empfehlung von uns. Verbindlich ist die Packungsbeilage. Wie die Einnahme laut Beilage abläuft, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Dosierung. Lassen Sie Beschwerden zudem immer ärztlich abklären, bevor Sie zu einem homöopathischen Mittel greifen.

In welchen Handelsformen gibt es C-Potenzen?

C-Potenzen werden in denselben Formen angeboten wie andere homöopathische Mittel:

  • Globuli: Streukügelchen aus Saccharose, auf die die Dilution aufgebracht wurde. Laut PTAheute sind sie in Deutschland die beliebteste Form.
  • Dilution: die flüssige Potenz, meist in einem Wasser-Alkohol-Gemisch. Sie ist zugleich Ausgangsprodukt für weitere Formen.
  • Tabletten: hergestellt aus einer Verreibung mit Milchzucker.

Was auf der Packung stehen muss, regelt bei registrierten homöopathischen Arzneimitteln § 10 Absatz 4 des Arzneimittelgesetzes. Pflicht sind unter anderem die Ursubstanz mit Verdünnungsgrad, die Darreichungsform, die Chargenbezeichnung und der Hinweis, dass das Mittel ohne Angabe einer therapeutischen Indikation registriert ist. Ist ein Mittel nur in der Apotheke erhältlich, steht auf der Packung „Apothekenpflichtig“. Neben C-Potenzen gibt es noch die LM- und Q-Potenzen mit Schritten von 1:50.000. Sie stellen wir in einem eigenen Beitrag zu LM-Potenzen vor.

Wie bewahren Sie C-Potenzen übersichtlich auf?

Wer mehrere Mittel in unterschiedlichen Potenzen besitzt, verwechselt die Gläser leicht. Eine Arnica C30 und eine Arnica C200 unterscheiden sich äußerlich nur durch das Etikett. Ein Etui mit festen Plätzen hält die Gläser aufrecht und die Beschriftung lesbar. Beachten Sie außerdem die Lagerhinweise der Packungsbeilage.

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Häufige Fragen

Was bedeutet das C bei Globuli?

C steht für centesimal. Der Ausgangsstoff wird in jedem Schritt im Verhältnis 1:100 verdünnt und verschüttelt. Die Zahl dahinter nennt die Zahl der Schritte.

Was ist der Unterschied zwischen C30 und C200?

Die C30 hat 30 Verdünnungsschritte hinter sich und ist 1:1060 verdünnt, die C200 hat 200 Schritte und ist 1:10400 verdünnt. Beide enthalten rechnerisch keinen Ausgangsstoff mehr. Ein Wirkungsunterschied ist nicht belegt.

Ist C30 eine Hochpotenz?

Ja. Die C30 liegt weit hinter der Avogadro-Grenze bei C12. Die Kommission D am BfArM zählt sie zu den hohen Verdünnungsgraden.

Was bedeutet 1M auf einer Packung?

1M ist die Abkürzung für C1000, also tausend Schritte zu je 1:100. Entsprechend steht 10M für C10.000.

Was bedeutet ein K hinter der Potenzangabe?

Ein K weist auf die Einglasmethode nach Korsakow hin. Sie ist im Homöopathischen Arzneibuch nicht vorgesehen, das für jeden Schritt ein neues Gefäß verlangt.

Kann ich C30 und D30 austauschen?

Nein, es sind unterschiedliche Arzneimittel. Die C30 ist so verdünnt wie eine D60. Halten Sie sich an die Packungsbeilage des jeweiligen Produkts und fragen Sie bei Unsicherheit in der Apotheke.

Quellen

  • Wikipedia: Potenzieren (Homöopathie) (Verdünnung 1:100, Schüttelschläge, Mehrglas- und Einglasmethode, Avogadro-Grenze, höchste lieferbare Potenzen; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • Wikipedia: Homöopathie (C30 bei Hahnemann, Veranschaulichung C30 und C200, Hochpotenzen; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • Wikipedia (englisch): Homeopathic dilutions (Bezeichnungen 1M, 10M, CM; Korsakow-Kennzeichnung K; Sekundärquelle). en.wikipedia.org
  • BfArM, Kommission D: Neufassung der Dosierungsempfehlungen für homöopathische Arzneimittel (hohe Verdünnungsgrade ab D24/C12). bfarm.de
  • PTAheute: Wie werden Homöopathika hergestellt? (Imprägnierung der Globuli, Handelsformen). ptaheute.de
  • Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 22/2006: Der Weg zum richtigen Mittel (Lehrmeinung zu Wirkdauer und Tiefpotenzen). pharmazeutische-zeitung.de
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 10 Kennzeichnung, Absatz 4. gesetze-im-internet.de
  • aponet.de: Homöopathie: Was Globuli, Potenzen und das Ähnlichkeitsprinzip bedeuten. aponet.de

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