Potenzen & Dosierung

LM-Potenzen im Vergleich: was Sie über die Unterschiede wissen sollten

Wie LM- und Q-Potenzen hergestellt werden, worin sie sich von D- und C-Potenzen unterscheiden und wie Beilagen die Einnahme als Lösung in Wasser beschreiben.

Kurz gesagt

LM- bzw. Q-Potenzen werden je Stufe 1:50.000 verdünnt und hundertmal verschüttelt; D-Potenzen dagegen 1:10, C-Potenzen 1:100, jeweils mit zehn Schüttelschlägen. Sie werden meist als Dilution angeboten und laut Kommission D und Beilage vor jeder Einnahme geschüttelt, in Wasser gelöst und höchstens 10 Tage ohne Rücksprache eingenommen. LM und Q bezeichnen dasselbe Verfahren.

Redaktion Globuli-RatgeberAktualisiert am 04.11.2026So arbeiten wir

Neben den bekannten D- und C-Potenzen gibt es eine dritte Reihe, die vielen erst in der Apotheke begegnet: LM- oder Q-Potenzen. Auf dem Etikett steht dann etwa „LM I“, und die Beilage beschreibt eine Einnahme, die ganz anders aussieht als bei Globuli D6. Dieser Beitrag erklärt, woher LM-Potenzen kommen, wie sie hergestellt werden, worin sie sich von D und C unterscheiden und was es mit den beiden Namen auf sich hat. Er beschreibt die Konventionen und die Lehre, ohne Wirkversprechen.

Inhalt
  1. Was sind LM-Potenzen?
  2. Wie werden LM-Potenzen hergestellt?
  3. LM-, D- und C-Potenzen im Vergleich
  4. LM oder Q: Gibt es einen Unterschied?
  5. Wie werden LM-Potenzen eingenommen?
  6. Für wen sind LM-Potenzen gedacht?
  7. Lehre nachlesen: ein Nachschlagewerk
  8. Häufige Fragen zu LM-Potenzen
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen

Was sind LM-Potenzen?

LM-Potenzen und Q-Potenzen sind homöopathische Zubereitungen, die je Stufe im Verhältnis 1:50.000 verdünnt werden. Der Name leitet sich von der Zahl fünfzigtausend ab. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, beschrieb das Verfahren in § 270 der sechsten Auflage seines Hauptwerks, des Organon. Diese Auflage erschien nach einer Fachpublikation des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung nicht zu seinen Lebzeiten; breit zugänglich wurde sie erst durch eine spätere Ausgabe von Richard Haehl. Deshalb sind LM-Potenzen die jüngste der drei Potenzreihen, obwohl sie auf Hahnemann selbst zurückgehen.

Das gilt für LM-Potenzen genauso wie für D- und C-Potenzen: Auch das besondere Herstellverfahren ist kein Beleg für eine Wirkung. Wer die Sicht der Lehre im Detail nachlesen möchte, findet Nachschlagewerke in unserer Übersicht zu Homöopathie-Büchern.

Wie werden LM-Potenzen hergestellt?

Hahnemann beschrieb ein mehrstufiges Verfahren, das die Publikation von Robert Jütte am Institut für Geschichte der Medizin nachzeichnet:

  1. Ausgangspunkt ist eine Verreibung des Stoffs mit Milchzucker in der Stufe C3.
  2. Ein Gran dieser Verreibung wird in 500 Tropfen eines Wasser-Alkohol-Gemischs gelöst.
  3. Ein Tropfen dieser Lösung kommt zu 100 Tropfen Alkohol und wird hundertmal verschüttelt.
  4. Mit der Flüssigkeit werden kleine Zuckerkügelchen befeuchtet, von denen nach Hahnemann etwa 100 Stück ein Gran wiegen, und anschließend getrocknet.
  5. Für die nächste Stufe wird ein einziges Kügelchen in wenig Wasser gelöst, mit 100 Tropfen Alkohol versetzt und wieder hundertmal verschüttelt.

Aus 1 Gran in 500 Tropfen und 1 Tropfen in 100 Tropfen ergibt sich das Verhältnis 1:50.000 je Stufe. Hahnemann merkte in einer Fußnote an, das Verhältnis sei mindestens so hoch. Wie sich das über mehrere Stufen summiert, zeigt unsere Potenzen-Liste mit einer Tabelle von LM I bis LM VI.

LM-, D- und C-Potenzen im Vergleich

Die drei Reihen unterscheiden sich in Verhältnis, Schüttelschlägen und in der Art, wie Beilagen die Einnahme beschreiben. Die Unterschiede zwischen D und C erklärt unser Beitrag D- und C-Potenzen im Vergleich.

MerkmalD-PotenzC-PotenzLM- bzw. Q-Potenz
Verhältnis je Stufe1:101:1001:50.000
Schüttelschläge je Stufe1010100
Trägersubstanznicht zusätzlichnicht zusätzlichzusätzlich, Zuckerkügelchen als Zwischenstufe
Typische BezeichnungD6, D12C30, C200LM I, Q3
Häufige DarreichungGlobuli, Tropfen, TablettenGlobuli, Tropfenmeist Dilution, auch Globuli
Einnahme laut Kommission Ddirekt, je Gabe z. B. 5 Streukügelchen oder 5 Tropfengelöst in etwa 150 ml Wasser, einmal täglich ein Teelöffel
Dauer laut Kommission Dbis D23/C11 akut über eine Woche nur nach Rücksprache; ab D24/C12 in der Selbstmedikation nur eine Einzelgabehöchstens 10 Tage, danach nur nach Rücksprache

LM oder Q: Gibt es einen Unterschied?

Im Kern bezeichnen beide Namen dasselbe Verfahren. Der Streit um die Bezeichnung ist eher historisch. Nach der Darstellung von Jütte führte der Homöopath Jost Künzli von Fimmelsberg das Kürzel „Q“ ein, nach dem lateinischen quinquaginta milia für fünfzigtausend. Rudolf Flury bevorzugte „LM“, aus den römischen Zahlzeichen L für 50 und M für 1.000. Kritiker wenden ein, dass LM als römische Zahl gelesen 950 ergibt, nicht 50.000.

Das Homöopathische Arzneibuch akzeptiert beide Namen. Hersteller wie ARCANA und Staufen-Pharma verwenden laut derselben Quelle „LM“. Manche Autorinnen und Autoren unterscheiden zusätzlich nach dem Ausgangsmaterial: Q-Potenzen grundsätzlich aus der Verreibung, LM-Potenzen teils aus alkoholischen Auszügen. Für Sie als Käuferin oder Käufer zählt vor allem: Die Stufe und die Beilage des konkreten Produkts.

Wie werden LM-Potenzen eingenommen?

LM-Potenzen werden meist als Dilution angeboten, also als flüssige Verdünnung in einer Tropfflasche. Die Beilage der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) zu Silicea LM I beschreibt, sofern nicht anders verordnet:

  • Die Flasche vor jeder Einnahme zehnmal kräftig schütteln.
  • 1 bis 2 Tropfen in einem Glas Wasser (etwa 150 ml) lösen.
  • Davon einmal täglich einen Teelöffel einnehmen, den Rest wegschütten.
  • Die Zubereitung bei jeder Einnahme neu ansetzen.
  • Eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen einnehmen, vor dem Schlucken einige Zeit im Mund behalten.
  • Die Einnahme auf höchstens 10 Tage beschränken; Fortsetzung nur nach Rücksprache mit homöopathisch erfahrenen Therapeuten.

Dieselbe Beilage nennt einen Alkoholgehalt von 19 Volumenprozent. Für LM-Globuli beschreibt die Kommission D am BfArM eine Variante: 1 bis 2 Kügelchen in einer 10-ml-Flasche in Wasser oder 15-prozentigem Alkohol lösen und dann wie bei der Dilution vorgehen. Die alkoholfreie Lösung soll im Kühlschrank stehen. Das Prinzip ähnelt der Wasserglasmethode.

Warum das Schütteln vor jeder Einnahme?

Nach der homöopathischen Lehre verändert das Schütteln die Gabe bei jeder Wiederholung leicht. Schon Hahnemanns Patientinnen und Patienten erhielten laut Jütte ein Kügelchen und ein Fläschchen, lösten es auf und schüttelten vor jeder Einnahme. Chemisch wird das Mittel dabei nur weiter verdünnt. Einen Beleg, dass diese Einnahmeform einen Unterschied macht, gibt es nicht.

Für wen sind LM-Potenzen gedacht?

Die Kommission D führt LM- und Q-Potenzen als eigene Gruppe mit eigener Höchstdauer. Nach den Empfehlungen ist eine Fortsetzung Therapeutinnen und Therapeuten mit homöopathischer Ausbildung vorbehalten. Für die Selbstanwendung gilt die Beilage: höchstens 10 Tage, danach nur nach Rücksprache. Bei Beschwerden, die nicht besser werden oder unklar sind, ist ärztlicher Rat der richtige Weg. Rechnerisch nachvollziehen lässt sich jede Stufe mit dem Potenz-Rechner.

Lehre nachlesen: ein Nachschlagewerk

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Häufige Fragen zu LM-Potenzen

Häufige Fragen

Sind LM-Potenzen dasselbe wie Q-Potenzen?

Ja, beide Namen stehen für das Verfahren mit dem Verhältnis 1:50.000 je Stufe. Das Homöopathische Arzneibuch akzeptiert beide Bezeichnungen; manche Autoren unterscheiden nach dem Ausgangsmaterial.

Ist eine LM I stärker verdünnt als eine D6?

Die LM-Schritte allein ergeben bei LM I 1:50.000. Hinzu kommt die Ausgangsverreibung C3, die rechnerisch einer D6 entspricht. Insgesamt ist eine LM I also stärker verdünnt als eine D6.

Wie lange darf man LM-Potenzen einnehmen?

Die Kommission D und die DHU-Beilage zu Silicea LM I nennen höchstens 10 Tage. Eine Fortsetzung ist nur nach Rücksprache mit homöopathisch erfahrenen Therapeuten vorgesehen.

Enthalten LM-Tropfen Alkohol?

Ja, Dilutionen enthalten Alkohol, die Beilage zu Silicea LM I nennt 19 Volumenprozent. Da nur 1 bis 2 Tropfen in ein Glas Wasser kommen, ist die Menge je Teelöffel klein. In Schwangerschaft, bei Kindern und bei Alkoholverzicht fragen Sie dennoch vorher ärztlich nach.

Kann ich LM-Globuli direkt lutschen?

Die Kommission D beschreibt für LM-Globuli das Auflösen in einer 10-ml-Flasche und die Einnahme als verdünnte Lösung. Halten Sie sich an die Beilage Ihres Produkts.

Quellen

  • Jütte R.: The LM potencies in homoeopathy, Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (Organon § 270, Herstellung, Verhältnis 1:50.000, Namensstreit LM/Q, HAB, Einnahme bei Hahnemann). igm-bosch.de
  • DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG: Gebrauchsinformation Silicea LM I, flüssige Verdünnung (Einnahme, 19 Vol.-% Alkohol, höchstens 10 Tage). medikamio.com
  • BfArM, Kommission D: Neufassung der Dosierungsempfehlungen für homöopathische Arzneimittel, Stand 17.03.2004 (LM/Q-Globuli und Dilutionen, Kühlschrank, 10 Tage). bfarm.de
  • Wikipedia: Potenzieren (Homöopathie), Verhältnisse und Schüttelschläge der Potenzreihen (Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • NHMRC (Australien): Statement on Homeopathy, 2015. nhmrc.gov.au

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