Potenzen & Dosierung

Welche Potenzen gibt es im Handel?

Eine Nachschlagetabelle nach Darreichungsform, ein Blick darauf, warum nicht jedes Mittel in jeder Stufe lieferbar ist, und ein Glossar der wichtigsten Potenz-Begriffe.

Kurz gesagt

Homöopathische Mittel gibt es vor allem als Globuli, Dilution (Tropfen), Tabletten und Verreibung, daneben als Injektionslösung, Salbe oder Augentropfen. D- und C-Potenzen werden in all diesen Formen angeboten, LM- bzw. Q-Potenzen vor allem als Globuli und Dilution. Welche Stufen ein Mittel tatsächlich hat, entscheidet der Hersteller: Nach § 39 AMG gilt jede Registrierung nur für die darin genannten Verdünnungsgrade.

Redaktion Globuli-RatgeberAktualisiert am 04.11.2026So arbeiten wir

Unsere Potenzen-Liste mit allen Verdünnungsstufen zeigt, wie stark D6, C30 oder LM VI verdünnt sind. Dieser Beitrag beantwortet eine andere Frage: Was können Sie tatsächlich kaufen? Sie finden hier eine Nachschlagetabelle nach Darreichungsform, eine Erklärung, warum Hersteller nicht jedes Mittel in jeder Stufe anbieten, eine Lesehilfe für das Etikett und ein Glossar der wichtigsten Begriffe rund um Potenzen. Eine Empfehlung für bestimmte Mittel oder Beschwerden enthält der Beitrag nicht.

Inhalt
  1. Welche Darreichungsformen gibt es für Potenzen?
  2. Nachschlagetabelle: Potenzen nach Darreichungsform
  3. Welche Stufen bieten Hersteller an?
  4. Wie lesen Sie ein Etikett?
  5. Glossar: Potenz-Begriffe auf einen Blick
  6. Nachschlagen statt raten: ein Buch zur Lehre
  7. Häufige Fragen zu Potenzen im Handel
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

Welche Darreichungsformen gibt es für Potenzen?

Laut aponet.de sind Globuli, Tropfen und Tabletten die typischen Darreichungsformen homöopathischer Mittel, daneben gibt es Salben und Augentropfen. Die Dosierungsempfehlungen der Kommission D am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nennen zusätzlich Verreibungen und Injektionslösungen. Alle Formen gehen auf dieselbe Herstellung zurück: Der Ausgangsstoff wird stufenweise verdünnt und verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. PTAheute beschreibt, dass die fertige Dilution für Globuli in großen Kesseln auf Zuckerkügelchen aufgebracht wird, die danach getrocknet werden.

Nachschlagetabelle: Potenzen nach Darreichungsform

Die Tabelle fasst zusammen, aus welchem Trägerstoff die Form besteht, in welchen Potenzskalen sie angeboten wird, welches Kürzel auf dem Etikett steht und welche Einzelgabe die Kommission D für Erwachsene als Konvention nennt. Verbindlich ist immer die Packungsbeilage.

DarreichungsformTrägerstoffPotenzskalenKürzelEinzelgabe laut Kommission D
Globuli (Streukügelchen)SaccharoseD, C, LM/QGlob.5 Kügelchen (D/C); LM: in Wasser gelöst
Dilution (Tropfen)Wasser-Alkohol-GemischD, C, LM/QDil.5 Tropfen (D/C); LM: in Wasser verdünnt
TablettenMilchzuckerD, CTabl.1 Tablette
Verreibung (Trituration)MilchzuckerD, CTrit.1 Messerspitze
Injektionslösung–D, C–1 bis 2 ml, nur in der Praxis
UrtinkturWasser-Alkohol-AuszugunverdünntØ5 Tropfen, wie niedrige Verdünnungsgrade

Zwei Details stecken im Kleingedruckten. Erstens unterscheiden sich die Globuli selbst: Laut Wikipedia schreibt das Homöopathische Arzneibuch (HAB) für D- und C-Potenzen die Größe 3 vor, das sind etwa 110 bis 130 Kügelchen je Gramm mit 1,8 bis 2,5 mm Durchmesser. Für LM-Potenzen gilt Größe 1 mit etwa 500 Kügelchen je Gramm. Zweitens ist der Anteil der Dilution an Globuli klein: Eine DHU-Beilage nennt 0,01 g Dilution je 1 g Streukügelchen. Für LM-Potenzen beschreibt die Kommission D ein eigenes Vorgehen, bei dem 1 bis 2 Kügelchen in Wasser gelöst und vor jeder Einnahme geschüttelt werden. Einzelheiten dazu stehen im Beitrag zu LM-Potenzen.

Welche Stufen bieten Hersteller an?

Eine allgemeine Liste, welche Potenz es von welchem Mittel gibt, existiert nicht. Das hat einen rechtlichen Grund. Viele homöopathische Fertigarzneimittel sind nach § 38 des Arzneimittelgesetzes (AMG) registriert; das steht dann auf der Packung. Nach § 39 AMG gilt die Registrierung „nur für das im Bescheid aufgeführte homöopathische Arzneimittel und seine Verdünnungsgrade“. Ändert ein Hersteller die Potenzstufe oder die Darreichungsform, muss er grundsätzlich eine neue Registrierung beantragen. Jede Kombination aus Mittel, Potenz und Form ist damit ein eigenes Produkt.

Daneben erlaubt § 38 AMG eine Ausnahme: Bis zu 1.000 Packungen im Jahr darf ein pharmazeutischer Unternehmer ohne Registrierung in den Verkehr bringen, mit Einschränkungen etwa für Mittel mit höherem Gehalt verschreibungspflichtiger Stoffe. So können auch seltene Stufen in kleinen Mengen in den Handel kommen.

Für die gängigen Reihen gibt die Literatur Anhaltspunkte:

  • D-Potenzen: Laut Wikipedia das heute am weitesten verbreitete System. Die regulär lieferbare Reihe reicht die regulär lieferbare Reihe bis D1000. Tiefe Stufen einiger Stoffe sind verschreibungspflichtig; mehr dazu im Leitfaden zu D-Potenzen.
  • C-Potenzen: Häufig nach der sogenannten Kent-Reihe abgestuft: C6, C12, C30, C200 und C1000. Laut Wikipedia ist C1000 die höchste regulär lieferbare Stufe.
  • Korsakow-Potenzen: Im Ausland werden nach der Einglasmethode auch sehr hohe Stufen hergestellt, gekennzeichnet etwa mit CK. Das HAB sieht für Deutschland die Mehrglasmethode vor.
  • LM- und Q-Potenzen: Meist als Dilution oder Globuli, mit römischen Ziffern auf dem Etikett.

Große deutsche Hersteller wie DHU oder Pflüger führen viele Einzelmittel in mehreren Formen und Stufen. Ob eine bestimmte Kombination lieferbar ist, kann Ihnen die Apotheke anhand ihres Warenverzeichnisses sagen. Homöopathische Arzneimittel, die nach § 43 AMG apothekenpflichtig sind, erhalten Sie ohnehin nur dort.

Wie lesen Sie ein Etikett?

§ 10 Absatz 4 AMG legt fest, was auf registrierten homöopathischen Arzneimitteln stehen muss. Dazu gehören:

  • der Hinweis „Homöopathisches Arzneimittel“,
  • die Ursubstanz mit Verdünnungsgrad, angegeben mit den Symbolen der Pharmakopöen, also etwa „D12“ oder „Ø“,
  • Darreichungsform und Inhalt nach Gewicht, Volumen oder Stückzahl,
  • Chargenbezeichnung, Verfalldatum und Registrierungsnummer mit dem Hinweis, dass das Mittel ohne therapeutische Indikation registriert ist,
  • „Apothekenpflichtig“, wenn das Mittel nur in Apotheken abgegeben werden darf.

Ein Beispiel aus einer DHU-Beilage: „In 1 g Streukügelchen sind verarbeitet: Wirkstoff: Dolichos pruriens Dil. D3 0,01 g.“ Daraus lesen Sie ab, dass es sich um Globuli handelt, die mit einer flüssigen D3 benetzt wurden.

Glossar: Potenz-Begriffe auf einen Blick

Avogadro-Grenze
Die Verdünnung, ab der rechnerisch kaum noch ein Molekül des Ausgangsstoffs vorhanden ist; etwa bei D24 bzw. C12.
C-Potenz
Verdünnung im Verhältnis 1:100 je Schritt. C steht für centesimal.
D-Potenz
Verdünnung im Verhältnis 1:10 je Schritt. D steht für dezimal, im Englischen X.
Dilution
Die flüssige Potenz, meist auf Wasser-Alkohol-Basis. Mehr im Glossar unter Dilution.
Hochpotenz
Hohe Stufe jenseits der Avogadro-Grenze. Die Kommission D spricht ab D24 bzw. C12 von hohen Verdünnungsgraden.
Kent-Reihe
Gängige Abstufung der C-Potenzen: C6, C12, C30, C200, C1000.
LM- bzw. Q-Potenz
Verdünnung im Verhältnis 1:50.000 je Schritt, mit 100 Schüttelschlägen.
Mehrglasmethode
Für jeden Schritt ein neues Gefäß. Vom HAB vorgeschrieben.
Potenzierung
Das schrittweise Verdünnen und Verschütteln oder Verreiben. Mehr im Glossar unter Potenzierung.
Tiefpotenz
Niedrige Stufe, in der der Ausgangsstoff noch messbar enthalten ist. Eine feste Grenze gibt es nicht.
Trituration
Verreibung mit Milchzucker, vor allem für unlösliche Ausgangsstoffe. Mehr unter Verreibung.
Urtinktur (Ø)
Der unverdünnte Auszug aus dem Ausgangsstoff, Startpunkt der Potenzierung.

Nachschlagen statt raten: ein Buch zur Lehre

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Häufige Fragen zu Potenzen im Handel

Häufige Fragen

Warum gibt es mein Mittel nicht in jeder Potenz?

Weil jede Kombination aus Mittel, Potenz und Darreichungsform ein eigenes Produkt ist. Nach § 39 AMG gilt eine Registrierung nur für die darin genannten Verdünnungsgrade. Hersteller entscheiden selbst, welche Stufen sie anbieten.

Gibt es LM-Potenzen als Tabletten?

Die Dosierungsempfehlungen der Kommission D beschreiben LM-Potenzen nur als Globuli und Dilution. In diesen Formen sind sie üblich.

Sind Globuli und Tropfen derselben Potenz austauschbar?

Sie tragen dieselbe Potenzangabe, sind aber unterschiedliche Arzneimittel mit eigener Beilage. Tropfen enthalten in der Regel Alkohol. Fragen Sie vor einem Wechsel in der Apotheke.

Was bedeutet „Trit.“ auf dem Etikett?

Trit. steht für Trituration, eine Verreibung mit Milchzucker. Die Kommission D nennt als Einzelgabe eine Messerspitze.

Wo erfahre ich, ob eine seltene Potenz lieferbar ist?

In der Apotheke. Sie kann im Warenverzeichnis nachsehen und seltene Stufen bestellen, sofern ein Hersteller sie anbietet.

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Quellen

  • aponet.de: Homöopathie: Was Globuli, Potenzen und das Ähnlichkeitsprinzip bedeuten (Darreichungsformen). aponet.de
  • BfArM, Kommission D: Neufassung der Dosierungsempfehlungen für homöopathische Arzneimittel (Einzeldosen je Darreichungsform, LM-Potenzen, hohe Verdünnungsgrade). bfarm.de
  • PTAheute: Wie werden Homöopathika hergestellt? (Globuli-Herstellung im Kessel). ptaheute.de
  • Wikipedia: Globuli (Größen nach HAB-Vorschriften 10 und 17; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • Wikipedia: Potenzieren (Homöopathie) (Kent-Reihe, Korsakow-Potenzen, höchste lieferbare Stufen, Avogadro-Grenze; Sekundärquelle). de.wikipedia.org
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 38 Registrierung homöopathischer Arzneimittel. gesetze-im-internet.de
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 39 Entscheidung über die Registrierung. gesetze-im-internet.de
  • Arzneimittelgesetz (AMG), § 10 Kennzeichnung. gesetze-im-internet.de
  • DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG: Gebrauchsinformation Dolichos pruriens D3, Streukügelchen. Packungsbeilage

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